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Voll eklig |Bücherregal|

voll eklig

Haupt* 17.9.2014 * ISBN: 978-3-258-07843-4

TB 19,90 € * Leseprobe * Autor

Während ich ohne mit der Wimper zu zucken fremden Kindern die Windeln wechseln und das übrige Mittagessen meiner Schüler aufessen kann, finde ich Spinnen eklig und Schleim sowieso. Ratten finde ich süß und Schlangen machen mir keine Angst, Mehlwürmer fasse ich aber nur mit Pinzette an. Und wie ist das bei euch so? Jeder ekelt sich vor anderen Dingen, denn Ekel wird uns erst anerzogen und so ist das, was wir widerlich finden, nicht immer dasselbe, was unsere Freunde nicht anfassen würden.

Doch was weckt den Ekel in uns und wieso ist es manchmal sehr sinnvoll, dass wir uns von diesen Dingen fern halten? Antworten findet man in Voll eklig aus dem Haupt-Verlag für 55 Ekelfaktoren – von der Spinne zum Eiter, von Blut zu Schlangen. Und da sich jeder anders ekelt, kann man hier erst einmal selbst einschätzen, wie ekelhaft man etwas findet. Von schauerlich eklig bis überhaupt nicht eklig kann man seinen persönlichen Ekelfaktor auf einer Skala einschätzen – wer weiß, vielleicht ändert er sich nach dem Lesen der zugehörigen Seiten ja? Denn danach wird man informiert, wieso man sich vor genau dieser Sache ekeln kann. Bei Gerüchen erfährt man, wie sie entstehen, bei Tieren eher, wie sie leben. Manchmal kann man forschen, manchmal gibt es Tipps, wie man sich weniger ekeln kann, manchmal Quizfragen. Jede Seite ist so individuell wie ihr Thema.

In gewohnt liebevoller Aufmachung mit Fotos und Zeichnungen, Symbolen und verschiedenen Farben ist Voll eklig ein ideales Buch für Kinder, um sich kurz zu informieren und viele neue Fakten dazuzulernen.

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Echt wahr? [Bücherregal]

echt wahr

Es gibt eine Sache, von der die Flöhe wissen, dass ich sie wirklich wirklich hasse, und das ist angelogen zu werden. Doch wie macht man Kindern begreiflich, was lügen bedeutet? Und ist es okay, wirklich jede Lüge zu verteufeln? Antja Damm liefert mit ihrem Buch „Echt wahr?“ eine ideale Diskussionsgrundlage für alle, die ein Gespräch zwischen Erwachsenen und Kindern anregen wollen. Sie gibt 52 Denkanstöße. Diese können völlig verschieden ausfallen. Manchmal ist es nur eine simple Frage (Lügt jeder mal?). Manchmal sind es einfache Aussagen wie wissenschaftliche Ergebnisse. Manchmal wird etwas erklärt, zum Beispiel wie man erkennt, ob jemand lügt. Dann gibt es noch optische Täuschungen oder Geschichten über historische Lügen wie zum Mauerbau oder literarische Lügengeschichten wie Baron Münchhausen. So arbeitet man mit den Kindern nicht nur stur Fragen ab, die sie simpel beantworten können. Man bringt sie zum Nachdenken und dazu, einen eigenen Standpunkt zu entwickeln oder den weiterzuentwickeln, den sie bisher hatten.

Echt wahr erscheint auf den ersten Blick von außen ein sehr liebevoll gestaltetes Buch mit Fotos, Zeichnungen, Gemälden und sparsamen Text zu sein. Doch in diesem Buch steckt sehr viel mehr und ich bin wirklich beeindruckt, wie sehr sich die Autorin Gedanken zum Thema gemacht hat, um es dann auf Anstöße zu reduzieren, die andere zum Gedankenmachen bringen.

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Amokdrohungen und School-Shootings [Bücherregal]

amok

An meiner letzten Schule gab es Amokkärtchen. Sie waren klein, gelb und laminiert und darauf stand, wie man sich im Fall eines Amoklaufs verhalten sollte. Ich hatte keins. Passiert schon nicht, dachte ich mir. Zurückblickend fand ich es schwierig – in meiner Schulzeit gab es genug Androhungen (alle nicht ernst zu nehmen, aber trotzdem) und eine Turnhallenevakuierung an unserer Realschule wegen einer Bombenwarnung. Ich weiß nicht, wie man sich in so einem Fall verhält. Ich sollte es aber wissen.

Sarah Neuhäuser und Armin Himmelrath haben sich eingehend mit dem Thema Amokläufe, Drohungen und allem, was dem voraus- bzw. nachgeht beschäftigt. Neben Begriffserklärungen – was unterscheidet einen Amoklauf von einem Schoolshooting? – thematisieren sie ausführlich den sogenannten Werther-Effekt (wie und wieso findet die Tat Nachahmer oder Trittbrettfahrer) und das Leaking (ungezielte oder auch gezielte Äußerungen über einen anstehenden Amoklauf). Vor allem Letzteres fand ich sehr interessant, weil es schwer ist, zu unterscheiden, wie ernst die Aussagen der Schüler sind, wenn sie sich in diese Richtung äußern. Außerdem blicken sie auf typische Täterprofile, die aus vergangenen Amokläufen erstellt wurden (betonen dabei aber auch, dass diese Profile keine Garanten dafür sind, einen potentiellen Täter zu erkennen), und auf Faktoren, die Einfluss auf die Entscheidung nehmen, einen Amoklauf zu begehen.

Die Autoren stellen fest, dass Schulpersonal so gut wie nicht wissen, wie sie bei einem Amoklauf reagieren sollten, geschweige denn, wie sie Anzeichen dafür erkennen können. Ich gebe zu – ich habe keine Ahnung. Deswegen erstellten sie am Ende des Buches auch einen Plan, wie man mithilfe ihrer Veröffentlichung eine Schulung für Lehrer abhalten könnte. Ich fand das Buch zumindest sehr hilfreich, um einen Einblick zu bekommen.

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Stricken und Häkeln lernen [Bücherregal]

häkeln

Häkeln und Stricken, das habe ich beides einmal in der Grundschule gelernt – das eine mit Inbrunst (Häkeln), das andere eher mit Unwillen (Stricken). Da die Flöhe aber gerade Stricken lernen und ich die eine oder andere Strickreihe etwas unterstützen muss, wollte ich die beiden Handarbeiten wieder von Grundauf lernen. Wenn man Stricken oder Häkeln bei Youtube eingibt, dann stößt man über kurz oder lang auf eliZZZa, die in ihren Videos die Handgriffe sehr schön und verständlich erklärt.

In der Perlenreihe hat die Youtuberin zwei Bücher veröffentlicht. Konnte also nicht schaden, einen Blick hineinzuwerfen, oder? Beide Bücher sind grundsätzlich gleich aufgebaut und auch gestaltet. So sind sie nicht komplett fest gebunden, sondern das Frontcover steht schon einmal extra davon. Vielleicht dient das dem Aufstellen der Bücher beim Stricken und Häkeln, ich hab mehrere Versionen (liegend, stehend) ausprobiert. Gehen beide, aber nicht ohne das Buch trotzdem zu biegen. Vielleicht ist das aber auch für die Buchrückenknickphobiker wie mich gedacht, damit man das Büchlein weit weit aufschlagen kann, ohne dass es von hinten dann unschön im Regal aussieht. Keine Ahnung, Version zwei funktioniert aber sehr gut und macht mich glücklich.

Obwohl beide Bücher vom Aufbau her gleich waren, war mein Eindruck aber letztendlich sehr unterschiedlich. Schade fand ich, dass die Vorworte zum Buch so ähnlich waren, dass sie schon fast schlichtes Copy&Paste waren. Wenn man beide Bücher besitzt, fällt das schon sehr auf. Weiter geht es in beiden Bänden mit Materialauflistungen (u.A. mit Beschreibung verschiedener Wollarten), danach kommen die verschiedenen Techniken, wie man stricken bzw. häkeln kann, von Grund auf. Danach folgen Beispiele, was man mit den gewonnenen oder mit weiteren Fähigkeiten herstellen kann.

Häkeln lernen fand ich sehr verständlich und hatte keine Schwierigkeiten, das Beschriebene nachzuarbeiten. Anders ging es mir mit Stricken lernen. Mit großem Fragezeichen saß ich, mit Nadeln bewaffnet, vor den Beschreibungen und scheiterte schon am Einfachsten. Möglicherweise liegt es an meiner absoluten Strickunfähigkeit, mehr als rechte Maschen zu produzieren. Mit den Videos der Autorin funktionierte es aber dann doch ganz gut. Manches muss man eben in Bewegung sehen, da helfen auch die schönen Schritt für Schritt Bilder in den Büchern nicht weiter. Man kann sich so ziemlich alles in Bewegung online auf der Perlenreihenhomepage ansehen, aber wenn es nur darum ginge, bräuchte man die Bücher nicht.

Zusätzliches Material bieten also die vorgeschlagenen Arbeitsstücke. Leider waren diese mir etwas zu altmodisch, das ist aber sicher Geschmackssache. Für andere könnten sie wieder perfekt sein, vor allem, wenn sie für sehr kleine Kinder häkeln oder stricken möchten. Die Armstulpen im Strickbuch weckten aber schon Sehnsüchte in mir.

Ich würde empfehlen, einfach einen Blick in die Bücher zu werfen, um zu sehen, ob man mit den Beschreibungen klar kommt oder ob man die Werkstücke nacharbeiten möchte. Für Häkeln lernen gibt es von mir eine Empfehlung, für Stricken lernen halte ich mich dabei eher zurück.

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Das Rucksackbuch für den Wald [Bücherregal]

rucksackbuch

Natürlich kann man einfach seinen Rucksack packen und sich auf in den Wald machen, um eine Runde spazieren oder sogar wandern zu gehen. Man kann sich aber auch Rucksack, Kinder und dieses Buch schnappen und dabei noch dazulernen. Und die handlichen Bücher der Perlenreihe passen zur Not auch in die Hosentasche.

Beim ersten Durchblättern fielen mir schon die schönen Bilder auf – Waldwege, Blumen, Rezept- und Bastelideen, gezeichnet und fotografiert – das Buch ist ein echter Hinkucker. Natürlich sind die Bilder nicht nur dazu da, um hübsch auszusehen, sondern dienen als optische Orientierungshilfe zur Pflanzenbestimmung, Tierspurenerkennung oder zur Inspiration.

Aufgeteilt ist das Buch nach Jahreszeiten, was wohl die logischste Aufteilung ist, da sich die Natur ja je nach Jahreszeit extrem verändert. Doch zu allererst gibt es eine „Naturhausordnung“, die erklärt, was man im Wald tun und lassen sollte. Ich kann mich nur wiederholen – solche Einführungen finde ich sehr praktisch und auch wichtig! Innerhalb der Jahreszeitenaufteilung ist noch einmal gekennzeichnet, welche Blumen man zum Beispiel in welchen Monaten sehen kann. So lernen die Kinder im Februar, dass Schneeglöckchen eigentlich gar keine weiße Farbe haben, im März, wie man Leberblümchen mit Ameisensäure färben kann und im Juli, wie man Blitzpulver herstellen kann.

Völlig allein würde ich Kinder mit dem Buch nicht lassen. Zwar ist der Hauptteil der Texte und auch die Experimente in einfacher Sprache und auch sehr interessant geschrieben, die grün abgesetzten Texte sind dann aber wohl eher an die erwachsenen Begleiter gerichtet, enthalten die Fachbegriffe für Pflanzen, Tiere und Phänomene und sind vom Sprachniveau auch schwieriger zu lesen. Auch sind manche Basteleien oder Experimente sicherer, wenn ein Erwachsener ein Auge darauf hat, weil Messer oder Feuer involviert sind.

Das Rucksackbuch für den Wald ist wirklich eine kleine Schatztruhe an Ideen für Spiele, Experimente, Rezepte, Basteleien und noch viel mehr.

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Naturgeschenke [Bücherregal]

naturgeschenke

Wenn ein Geburtstag ansteht und ich die Flöhe frage, was sie verschenken, ist die Antwort meistens: „Ich hab was gebastelt.“ Dann gibt es mehr oder weniger verwirrende Erklärungen, was genau denn nun gebastelt wurde. In letzter Zeit wird da aber eher fleißig gestrickt. So ein selbst hergestelltes Geschenk ist doch etwas sehr Schönes und meine Geburtstagsgeschenke an die Flöhe sind auch selbstgemacht. Sollte einem aber mal nichts einfallen, was man so machen kann – wenn man Helena Arendts Buch „Naturgeschenke – 100 Ideen zum Gestalten mit Kindern“ besitzt, hat man mehr als genug Inspiration, um etwas zu finden.

Und wenn ich sage mehr als genug, meine ich das auch so – die Möglichkeiten sind unendlich und ich wusste gar nicht, was ich am Schönsten fand. Aufgeteilt nach Jahreszeiten findet man Unmengen an Geschenken, die man aus dem herstellen kann, was die Natur zu dieser Zeit hergibt. Das kann Dekoration sein, Essbares oder kleine Helfer für die Schönheit, hergestellt aus Pflanzen, Kräutern, Samen, Früchten und losen Ästen, aber auch aus Steinen und Lehm.

Das Buch ist natürlich darauf ausgerichtet, mit Kindern zu basteln – und denen muss man manchmal erst einmal beibringen, wie man denn die Materialien sammelt. Auch die Flöhe mussten erst lernen, dass man nicht wahllos Äste von Bäumen reißen kann, weil man sie „gerade braucht“ oder man sich mehr nimmt als man wirklich nötig hat. Darauf weist auch die Autorin hin.

Besonders gut fand ich auch, dass man für die Basteleien nicht unendlich viele zusätzliche Materialien benötigt und oft Reste und Verpackungsmaterial benutzen kann, die sonst im Müll gelandet wären. Die Anleitungen können dann Schritt für Schritt abgearbeitet werden.

Passend zum Motto ist das Buch in leuchtenden Farben gehalten, die Bastelanleitungen zeigen wunderschöne und farbenfrohe Fotos von Endergebnissen und fröhliche Kinder beim Schaffen. Ich kann dieses Buch jedem, der mit Kindern basteln möchte, nur empfehlen – einfache Anleitungen, wenig Material und kreative Ergebnisse sprechen hier für sich.

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Aus dem Papier-Atelier [Bücherregal]

papier

Mit Papier kann man wunderbare Sachen machen – man kann darauf schreiben, es zu Papierfliegern falten, Bilder darauf malen, damit Geschenke einpacken… oder man kann damit seine Wohnung dekorieren. Im Papieratelier von Marlis Maehrle findet man dafür wunderbare Anregungen.

Doch bevor man sich ans Schaffen macht, lernt man erst einmal etwas über das Material, mit dem man arbeiten soll – ich glaube, so bewusst habe ich mir noch nie gemacht, wie viele Arten Papier es gibt, obwohl ich viele davon kannte und mich auch daran erinnere, wie sie sich unter meinen Fingern anfühlen. Außerdem erfährt man, welches zusätzliche Material man sich anschaffen sollte, wenn man die Vorschläge nachmachen oder umwandeln möchte, die man später im Buch bekommt.

Nachdem man auch noch ein paar grundlegende Arbeitstechniken erklärt bekommen hat, kann man sich in das Bilderparadies der Papierbanner, Papierschalen und anderen Objekte stürzen, die Marlis Maehrle so entworfen hat. Zu jedem Objekt gibt es eine detaillierte Anleitung, wie man es herstellen kann. Im ersten Moment waren die Anleitungen für mich aber Nebensache, weil ich regelrecht gefangen war von den Bildern – die Papierobjekte sind so kunstvoll mit Licht in Szene gesetzt worden, dass man sich fast vorstellen kann, diese zerbrechlichen Objekte in der Hand zu halten oder vor seinem Fenster zu sehen, wie das Sonnenlicht hindurchscheint. Man erkennt in jedem die absolute Liebe fürs Detail, das die Künstlerin hat.

Nach den ganzen Kinderbastelbüchern, die ich immer durchblättere, war es für mich einmal eine Erholung, ein Buch zu betrachten, das deutlich für einen künstlerischen Erwachsenen gemacht wurde, der gerne etwas Besonderes für sich oder zum Verschenken herstellen möchte.