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Ferien [Und sonst so?]

Zum Abschlussselternabend suchte ich alle Fotos heraus, die ich oder die Kinder mit meiner Kamera dieses Schuljahr gemacht haben, und brannte sie für meine Eltern auf CD. Wir setzten uns zum letzten Elternabend zusammen und blickten zurück auf das Jahr. Ich las die mühevoll zusammengesuchten Zeugnissprüche vor und ließ die Eltern erraten, welcher ihrem Kind gehörte.

Wenn ich das Einschulungsfoto ansehe und daran denke, was für große – sowohl körperlich als auch seelisch gewachsene – Kinder heute ihre Zeugnisse von mir empfangen haben, wird mir schon ganz warm ums Herz. Meine Klasse. Meine Flöhe. Jetzt sind sie bald nicht mehr die Kleinsten an der Schule und sie können es kaum erwarten.

Doch die Ferien waren für uns alle auch bitter nötig. Jetzt finde ich endlich mal die Zeit, um das anzugehen, was auch wichtig ist: der Umzug, die Hochzeit. Nicht nur die Kinder wachsen. Ich wachse mit.

In mir ist Licht vom Paradies,

ich nahme es mit, als ich’s verließ,

bewahr’ es tief im Herzen mein

und hüte treu den Gottesschein.

Wenn meine Hand mit Liebeskraft

auf Erden etwas Gutes schafft,

dann leuchtet aus dem Herzenstor

das Paradieseslicht hervor.

[Hans Harress. Zeugnisspruch einer Schülerin]

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I do! [Und sonst so?]

Im Neujahrspost hatte ich ja schon erwähnt, dass 2014 ein ereignisreiches und herausforderndes Jahr werden wird. Das liegt vor allem daran, dass mein Freund mir nicht nur einen meiner größten Wünsche erfüllt hat – nämlich mich nach Brighton zurückgebracht -, sondern dort auch völlig überraschend vor mir auf die Knie gegangen ist.

Bei meinen Antragsvorstellungen war ein Antrag in Brighton ja immer ganz vorne, aber dass das tatsächlich mal so sein würde – Leute, fragt mich nicht mehr, wie ich gekuckt oder was ich gesagt habe. Ich weiß es schlicht nicht mehr. Aber irgendwo war wohl ein “Ja” dabei. Geheiratet wird zwar erst im Frühling 2015 – aber geplant werden muss so eine Feier ja schon lange im Voraus. Und so wird hier wohl ab und zu auch der eine oder andere Hochzeitsbeitrag hereinschlüpfen.

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I wanna find myself by the sea
In another’s company
By the sea
I wanna go out to the pier
I’m gonna dive and have no fear
‘Cause you, you just know
You just do

– The XX – VCR –

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Adieu, 2013 [Und sonst so?]

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Auf anderen Blogs findet ihr jetzt große Rückblicke und noch größere Pläne für das nächste Jahr. Zugegeben, den Rückblick habe ich angefangen und dann wieder verworfen. 2013 hatte sowohl schöne als auch sehr dunkle Seiten für mich. Jetzt möchte ich in die Zukunft sehen. Große Pläne gibt es schon, viel zu tun auch. Aber dieses Jahr gibt es keine Vorsätze von meiner Seite außer dem einen: einfach leben, mit Bewusstsein für das, was gerade gut und richtig ist im Leben und für die Aufgaben und auch schönen Herausforderungen, die sich mir stellen werden. 2014 ist ein Jahr des Umbruchs und vielleicht möchtet ihr ja ein wenig teilhaben.

Ich wünsche meiner momentanen Minileserschaft jedenfalls einen wunderbaren Jahresanfang und dass 2014 viel Gutes für euch bereit hält.

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Und sie wachsen [Und sonst so?]

Jeder, der eine Weile mit einer Katze zusammengelebt hat, weiß, dass sie unendlich viel
Geduld mit den Grenzen des menschlichen Verstandes haben….

— Cleveland Amors —

“Was guckste denn so sauer? Die olle Achzigertapete wolltest du doch eh abreißen.”

“Wie, dein Essen? So ein Käse, gib mir was ab!”

“Hundespielzeug? Das ist alles meins!”

“Beine können nicht einschlafen, bleib gefälligst so sitzen.”

Ich glaube, meine Katzen wundern sich oft schwer, was Frauchen oder Herrchen nun schon wieder für ein Problem haben. Sie meinen es ja nur gut, wenn sie unser Essen wegfuttern wollen, damit wir nicht zu dick werden, die alte Tapete abreißen und im Haus verteilen, weil die doch eh weg muss, und wenn sie sich auf die Laptoptastatur legen, damit man nicht dauernd vorm Bildschirm sitzt. Nicht so gut meinte es das Schicksal mit unserem Katerchen, der sich in einem Schreckmoment leider mit wagemutigem Sprung vom zweiten in den ersten Stock retten wollte – Gehirnerschütterung, zwei Ferienabende beim Tierarzt verbracht und neben ihm auf dem Sofa geschlafen. Aber jetzt ist wieder alles gut und Frauchen beruhigt.

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Weltlehrertag [Und sonst so?]

Heute ist Weltlehrertag. Wahrscheinlich interessiert dieser Tag nur Lehrer – oder nicht einmal die. Dennoch erschien heute in der SZ ein netter Artikel, in dem sich ehemalige Schüler bei ihren Lehrern entschuldigen:

Entschuldigung!

Zeit für mich, auch ein paar Worte loszuwerden, vor allem, da ich nun auf der anderen Seite stehe.

Liebe Latein-, Mathe-, Chemie- und Physiklehrer: Entschuldigung, dass ich genausowenig Interesse an eurem Fach hatte wie die Bereitschaft, es zu verstehen. Halbherzige Nachhilfeversuche zählen nicht. Auch ein Entschuldigung an jeden armen Nachhilfelehrer, der es mit mir versucht hat. Vielen Dank jedoch für eure Geduld, es immer wieder mit mir zu versuchen und mich mit mündlichen Noten zum Abitur zu schieben. Ich habe sogar ein Latinum. Man sollte es kaum glauben.

Liebe Lehrer, die ich alle je hatte. Entschuldigung dafür, dass ich immer in der letzten Reihe herumgegammelt habe, kaum mit euch sprechen wollte, dafür sehr kommunikativ mit all meinen Klassenkameraden war. Entschuldigung für jede pubertäre Ausfälligkeit und hormonell bedingten Höheflug. Danke, dass ihr über so manches hinweg gesehen habt und es nicht persönlich genommen habt.

Danke liebe Lehrer, die hingesehen haben, wenn es in meinem Leben nicht rund lief. Danke für jede Unterstützung, ob ich sie nun mitbekommen habe oder sie hinter meinem Rücken ablief. Danke für die Lehrer, die sich nachmittags mit uns in allen möglichen Zusatzkursen herumschlugen – danke für Chor, Theater, Cheerleaden, Handarbeit und Journalismus und der armen Frau, der der Arbeitskreis gegen Rassismus aufgezwungen wurde.

Danke den Lehrern, die von uns gegangen sind und die meine Vorbilder waren – man kann kaum glauben, wie sehr einem jemand ans Herz wächst, an dem man sich sein Schulleben lang reibt. Ich denke immer noch gerne an euch zurück.

Und als Lehrer sage ich danke an meine ehemaligen und jetzigen Schüler, deren Geduld mit mir, auch wenn ich als blutiger Anfänger noch so viele Fehler mache, ihre Bereitschaft, sich mit mir auseinanderzusetzen und dem zuzuhören, was ich zu sagen habe.

Wofür würdet ihr euch heute bei euren Lehrern entschuldigen oder bedanken?

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Der eigene Hund macht keinen Lärm, er bellt nur. [Und sonst so?]

– Zitat: Tucholsky –

Eigentlich war es nicht ganz fair, von den Katzen zu erzählen und den Hund nur am Rande zu erwähnen – schließlich war er schon lange lange vorher da. Besser gesagt schon fast 5 Jahre vorher. Wenn ich der absolute Katzenmensch bin (obwohl ich durchaus auch mit Hunden aufgewachsen bin), dann ist mein Freund ein Hundemensch. Und so hat sich bei ihm genauso der Wunsch eingeschlichen, mit einem Hund zu leben.

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