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Da spitzt was um die Ecke

Ja, wo isse denn, die Frau Waldorflehrerin? Wo hat sie sich versteckt?

Momentan schielt der Kopf zwischen einem Stapel Zeugnissen hervor – die Klassenlehrerzeugnisse sind schon fertig, die Fachzeugnisse warten noch vorwurfsvoll auf dem Schreibtisch. Wo war ich denn?

In der Schule war ich, in der Nachmi, in den Arbeitskreisen, bei Elternabenden, bei zusätzlichen Aufgaben, im Standesamt heiraten, in der Kirche heiraten mit ganz großer Feier hinter, auf Mallorca Luft holen und dann wieder in der Schule und alles von vorne (bis auf die Hochzeit, leider. Die war schön. Davon bräuchte ich mehr.) Im Haushalt war ich selten, nur am Wochenende mal. Und zwischendrin habe ich meine Abschlussarbeit geschrieben.

Die Luft war raus um Weihnachten herum, da war nicht mehr viel Kraft für etwas anderes als Schüler und Hochzeit und so manches privates Herzchaos. Aber jetzt rücken die Ferien näher, nächste Woche habe ich Abschlussfeier und bin dann Waldorflehrerin mit Zertifikat, so ganz offiziell. Und die Herausforderungen für nächstes Schuljahr stehen auch schon vor der Tür und wollen durchdacht werden.

Aber – ich habe wieder mehr Luft, jetzt, mit fertigen Zeugnissen (Fast fertig zumindest). Mal sehen, was die Ferien so bringen. Auch hier.

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Mitten ins Herz [Filme]

herz

Kennt ihr diese Simpsonsfolge, in der Millhouse entdeckt, dass es bei Findet Nemo ein Kapitel gibt, in dem Nemos Mutter stirbt? Und er sich dann unter den Sofakissen versteckt, weil er so geschockt ist? Ganz ähnlich ging es mir bei einem Kinderfilm, von dem ich mir eigentlich nur lustige Unterhaltung gewünscht hatte. Und dann saß ich schon in den ersten Minuten Rotz und Wasser heulend auf dem Sofa – auweia. Das lag aber eher daran, dass ich von dem, was ich sah, so gerührt war.

Von welchem Film rede ich wohl? Genau, von „Oben“.  Carl und Ellie liefern für mich das absolute Traumpaar und es gab so viele Szenen zwischen den beiden, die ich genauso vor meinen Augen sehe, wenn ich mit meinem Mann alt werden möchte. Carls Hingabe und Liebe für seine Frau ist einfach so anrührend und macht die beiden zu meinem wunderbarsten Filmpaar ever. Sie zeigen, dass man gemeinsam durch die tiefsten Tiefpunkte seines Lebens gehen und sich bis zum Ende hin lieben kann wie am ersten Tag.

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Weihnachten auf DVD [Filme]

weihnachtsfilme

Es gibt diese Filme, die jedes Jahr irgendwann über meinen Bildschirm flimmern müssen (und die, bei denen ich schreiend umschalte – Kevin allein zuhaus ist so ein Kandidat. Ich hasse Kevin. Schon immer.) Um euch nicht zu überfluten, folgt hier meine TOP 3 (eigentlich 4, aber ich schummle mal ein wenig).

Platz 3: A Nightmare before Christmas/Edward mit den Scherenhänden

Tim Burton, unumstrittener Held auch schon meiner Kindertage. Beide Filme kann ich mir aus der Weihnachtszeit gar nicht mehr wegdenken. Was hat mein kindliches Herz schon für den armen Edward geblutet.


Platz 2: Drei Nüsse für Aschenbrödel

Der Klassiker schlechthin. Ohne weitere Worte.

Platz 1: Die Geister, die ich rief

Die Weihnachtsgeschichte in ihren Variationen finde ich schon immer toll, aber die beste und lustigste Umsetzung ist für mich diese hier:

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Bloggerforum-Adventskalender

Still ist es geworden im Hause B. und auch auf dem Blog – neben dem normalen Schulkrams macht sich Weihnachten doch bemerkbar. Erst letzte Woche standen meine Flöhe alle mit Pausenbrot vorm Fenster und waren nicht wegzubegwegen, denn – es SCHNEITE. Dicke Flocken. Ansonsten wird viel gebastelt (davon bekommt ihr hier noch viel zu sehen), geplant, für die Weihnachtsaufführung geprobt und dann ist da noch diese Choroiflöte, die ich lernen muss – den Kindern immer einen Ton voraus. Und da es bei uns zuhause und in der Schule so weihnachtet, tut es das auch hier. Denn mein Blog ist Teil des Bloggerforum-Adventskalenders. Jeden Tag trägt ein anderer Blogger des Forums etwas zum Thema Weihnachten bei – Rezepte, Bastelanleitungen oder einfach nur Texte. Niemand weiß, was da kommt.

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Dafür wurde eine extra Seite eingerichtet, die ihr oben in der Navigationsleiste finden könnt. Dann lasst euch mal überraschen.

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Von der Realschule an die Waldorfschule [Ein Neustart]

ciao realschule

5 Jahre habe ich studiert – Deutsch, Geschichte, Erziehungswissenschaften. Davon hat mir ein Jahr lang der Kopf nur so geraucht wegen der ersten Examensprüfungen. Zwei Jahre lang habe ich mich durch das Referendariat gekämpft, alle Klassen einmal durch unterrichtet und Material gesammelt. Und jetzt, 7 Jahre später und mit einem Abschluss als Realschullehrerin im Gepäck werde ich … keine Realschullehrerin.

Wieso? Ganz ehrlich – weil der Staat mich nicht will. Weil ich die falschen Fächer studiert habe – die, die jeder studiert und die es jetzt in solchem Ausmaß gibt, dass man damit jede freie Stelle zehnfach stopfen könnte. Wie viele andere Referendare, die dieses Jahr ihr zweites Examen gemacht haben, musste ich mir überlegen, wie es jetzt weitergeht, so ohne Vater Staat. Im Februar begann ich also, Unmengen an Bewerbungen wegzuschicken. Von den meisten davon habe ich bis heute nichts gehört – wahrscheinlich liegen in den Papiertonnen vieler Schulen stapelweise teurer Bewerbungsmappen (kleiner Tipp am Rande für die, die das noch vor sich haben: vorher anrufen und fragen, ob Bedarf besteht, spart eine Menge Geld). Das klingt jetzt so, als hätte ich mich aus reiner Notlage für eine alternative Schulart entschieden. Natürlich war die Einstellungssituation ausschlaggebend, sicher hätte ich auch an der Realschule weiter unterrichtet – aber auf Dauer?

Wieso jetzt aber gerade eine Waldorfschule? Diese Frage haben mir im Nachhinein schon viele gestellt, darunter auch meine zukünftigen Kollegen bei meinem Bewerbungsgespräch. Natürlich musste ich mir Alternativen suchen, habe alle möglichen Schulen. Tatsächlich ging der Großteil meiner Bewerbungen (mit Ausnahme von zweien tatsächlich) an Nichtrealschulen. Konzentriert habe ich mich dabei aber stark auf freie Schulen – Montessori und Waldorf. Weil es Punkte in den zwei Jahren an der Realschule gab, die mich gestört haben und mich manchmal zweifeln lassen haben, ob ich so ganz richtig bin. Meine Beziehung zu meinen Schülern war mir immer wichtig, Wegschauen fiel mir schwer und gegen Wände zu reden, wenn ich auf Probleme in Klassen aufmerksam machen wollte, hat mich doch streckenweise frustriert. Das dicke Fell, das sich viele Lehrer mit der Zeit anschaffen, wollte ich nicht haben.

Was mir ebenso schwer fiel, war das Notengeben, vor allem dann, wenn ich schlechte Noten an Schüler verteilen musste, von denen ich wusste, dass sie sich vorher mit all ihrer Kraft bemüht hatten, den Stoff zu kapieren. An anderen Stellen, vor allem in meinen kleinen Klassen, flossen Tränen wegen einer Zwei. Noten mögen ihre Berechtigung haben, nur für Noten lernen jedoch nicht. Fragt mich doch mal was aus dem Studium – ich kann bis heute nichts mehr erzählen, das ich nicht mit dem Bewusstsein gelernt habe, dass es zu wissen sinnvoll sei.

Manche der Eltern, vor allem in meinen beiden Deutschklassen, habe ich nie gesehen – gerade die Eltern, mit denen ich durchaus gerne einmal gesprochen hätte. Es ist zwar schön, wenn man den Eltern am Elternabend sagen kann, wie gut sich ihr Kind macht, denn genau diese Eltern tauchen auf – wenn man sich aber Sorgen macht, hört man auch auf Nachfrage keinen Piep aus dem Zuhause. Ich glaube auch, dass viele besorgte Eltern sich nicht melden wollten und manche haben sich mit Händen und Füßen gewehrt, wenn man sie darauf aufmerksam machen wollte, dass ihr Kind ein Problem hat, an dem man mit Hilfe arbeiten könnte. Am Elternabend hatte ich Eltern vor mir sitzen, die völlig erstaunt waren, dass ich zu ihren Kindern auch etwas Positives zu sagen hatte, nachdem es scheinbar vorher nur Kritik gehagelt hatte. Das Verhältnis zwischen Eltern und Lehrern war gefühlt manchmal ein Antagonistisches, das in extremen Fällen auf den Schultern der Kinder ausgetragen wurde.

Sicher habe ich mit meinen zwei Jahren nicht die Berufserfahrung, die ein Realschullehrer nach Jahren im Dienst hat – wer weiß, wie ich in einigen Jahren unterrichtet hätte. Ich will mich sicher auch nicht über meine älteren Kollegen stellen. Ich möchte einfach nur bezweifeln, dass es das ist, was ich in ein paar Jahren für _mich_ möchte. Ich möchte eine enge Beziehung zu meinen Schülern, ich möchte sinnvoll mit ihren Eltern zusammenarbeiten und ich möchte sie für ihre Leistung loben oder womöglich auch tadeln können, gemessen an ihren Bemühungen und Fähigkeiten und nicht an einem Klassendurchschnitt in Zahlen.

Das kann ich jetzt…