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Martini [Feste im Jahreslauf]

sanktmartin

Martini findet jedes Jahr am 11. November statt und ist der Gedenktag für den heiligen Martin von Tours. An Martini begann früher (und in manchen Kirchen noch heute) die vierzigtägige Fastenzeit vor Weihnachten. Typische Bräuche für diesen Tag sind das Martinsgansessen und der Sankt Martins-Umzug.

Die Martinsgans beruht auf der Erzählung, dass Sankt Martin sich in einem Gänsestall versteckt habe, weil er nicht zum Bischof ernannt werden wollte – aus reiner Besscheidenheit. Doch als die suchende Menge am Gänsestall vorbeigingen, schlugen die Gänse Alarm und der gefundene Martin wurde doch noch geweiht. Dies ist aber nur eine von vielen Geschichten über Sankt Martin und Gänse.

Den Brauch, den zumindest noch die niedrigen Grundschulklassen und so ziemlich jeder Kindergarten verfolgt, ist jedoch der Umzug mit Laternen. Dabei ziehen die Kinder mit Laternen singend durch die Straßen, oft auch begleitet von einem Reiter, der Sankt Martin darstellen soll. Dabei kann auch die Teilung des Mantels mit dem Bettler nachgestellt werden, da Sankt Martin für diese Tat am bekanntesten ist. Martin, damals noch römischer Gardist, teilte seinen Übermantel mit einem frierenden Bettler vor den Stadttoren Amiens. In der folgenden Nacht erschien ihm Jesus im Traum, mit einem halben Mantel bekleidet. Am Ende des Zuges erhalten die Kinder Gebäck, das sie im miteinander teilen.

In manchen Gegenden folgt dem Umzug das Martinisingen, bei dem Kinder mit ihren Laternen von Haus zu Haus ziehen und für ein gesungenes Martinslied mit Süßigkeiten belohnt werden.

„Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet … Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“

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Michaeli [Feste im Jahreslauf]

375x600x375px-St._Michael.jpg.pagespeed.ic.A574gtZwIcDas erste Fest, das wir an der Schule im Jahreslauf feiern, ist der Michaelitag, der dieses Jahr auf den Sonntag fällt. Am 29. September wird dem Erzengel Michael gedacht sowie Gabriel und Raffael. Den exakten Zeitpunkt setzte Ludwig der Fromme fest.

Im Mittelalter wurde am Michaelitag meist Gericht gehalten (Michael begleitet die Verstorbenen vor Gottes Gericht), heute sind es dann eher schöne Herbstmärkte, die auf oder um diesen Tag fallen, denn er ist ebenso ein Zeichen für das Ende der Erntezeit. In manchen Orten zündet man am Vorabend sogar noch das Michaelifeuer an.

Bedeutsam für die Waldorfschule ist vor allem, dass man ab diesem Zeitpunkt – also mit Einbruch der Herbstzeit – wieder beginnt, sich mehr auf sich selbst zu besinnen, da die Natur sich nun zurückzieht. Gemeinsam mit Sankt Martin und Sankt Nikolaus bereitet dieses Fest die Schüler außerdem auf Weihnachten vor.

Im Zentrum steht hier das Bild des Erzengels Michael mit seinen Anhängern, der den Drachen besiegte, als sich ein Streit im Himmel erhob. Genauso sollen die Menschen niederträchtige und böse Kräfte erkennen und ihnen die Stirn bieten. Sankt Georg, ein Heiliger aus einer mittelalterlichen Legende, besiegte auf Erden ebenfalls einen Drachen und rettete so das Leben einer Prinzessin, die geopfert werden sollte. Seine Tat ist das irdische Gegenstück zu Michaels Sieg im Himmel.

Wir feiern den Michaelitag Montagmorgen als Schulgemeinschaft gemeinsam, wobei meine Flöhe nur zusehen und noch nichts beitragen. Dafür spielen wir im Klassenzimmer die Geschichte von Sankt Georg nach.

“Bringt St. Michaeli Regen, kannst du gleich den Pelz anlegen.”