Buch vs Film [Filme]

filmbuch

Als Literaturblogger hat man diese Diskussion wohl schon bis zur Erschöpfung ertragen – ist das Buch besser als der Film? Sind Literaturverfilmungen grundsätzlich schlechter, weil so viel weggelassen wurde? Kann man sich, nachdem man den Film gesehen hat, eigentlich noch seine eigene Vorstellung bewahren?

Ich würde ja gerne von mir behaupten, ich bin kein Mäkler, und meistens bin ich das nicht. Richtig radikal kann ich aber werden, wenn es um meine Lieblingsbücher geht. Zu diesem Thema mal ein Positiv- und ein Negativbeispiel.

Gut gemacht: Warm Bodies

Wenn man sich von der Vorstellung nicht abschrecken lässt, eine Liebesgeschichte mit Zombies zu lesen, dann erwartet einen bei Warm Bodies ein Buch, das einen dank seiner wunderbaren Sprache und sympathischen Charaktere lange nicht los lässt. Ein bisschen geschockt war ich dann doch, als das Filmplakat herauskam und es aussah wie das erste Twilightposter, nur eben mit Zombies. Dann noch dieselbe Produktionsfirma. Na danke.

Aber Summit kann was, nämlich auch gute Filme aus guten Büchern machen. Warm Bodies könnte ich genauso oft sehen wie lesen – nämlich immer wieder.

Das war nix: City of Bones

In Cassandra Clares Schattenjägerwelten habe ich mich schon Stunden herumgetrieben – mit ihren Büchern und im Gedanken, mit Wunschcasts und Fanvideos. Dann kam die Besetzung heraus und meine Vorfreude sank tief – beim besten Willen, Jamie ist nicht der Jace, den ich vor Augen hatte. Einzig bei Simons und Lukes Casting war ich begeistert (Yeah BBC Schauspieler!) und Godfrey Gao ist zwar ein echtes Leckerchen, aber leider dann viel zu unspektakulär für einen Magnus Bane hergerichtet worden.

Am Tag nach der Premiere saßen mein Freund (ebenfalls begeistert von der Buchreihe) und ich auch schon im Kino und ich hatte einen permanenten WTF-Gesichtsausdruck. Immer wieder musste ich fassungslos zwischen Leinwand und meinem Freund hin und her blicken und ihn fragen, ob das jetzt ihr Ernst wäre. Wäre Robert Sheehan nicht gewesen, ich hätte mich wohl am liebsten in meine Popcorntüte übergeben. Lieblos dahingequatschte Dialoge, keine Funken zwischen den Hauptdarstellern (was für ein angebliches Pärchen schon eine Leistung ist!) und was sollte der Mist mit den Tropfen, die man aus dem Portal ziehen konnte? Hat sich vielleicht mal jemand mit der Infernal Devices-Reihe auseinander gesetzt? Scheinbar nicht. Magnus war einfach ein Typ in Unterhosen, Alec plötzlich der wandelnde Arsch (und optische 30 Jahre alt) und der Stylist, der die Frisur von Valentine zu verantworten hat, sollte mal seine Augen testen lassen.

Selten, aber es gibt sie: Der Film, besser als das Buch

Zum einen zählt hier Hinter dem Horizont dazu, den ich ja schon beim Thema Lieblingsfilme aufgezählt habe. Ein weiterer Film, bei dem ich das Buch fast unerträglich fand, den Film aber liebe, ist „Vielleicht lieber morgen“. Darüber habe ich mich auf meinem Literaturblog aber schon ausgelassen. Auch fand ich das Ende in „Der Sternwanderer“ viel schöner als das vom Autor selbst.

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7 thoughts on “Buch vs Film [Filme]

  1. Leider hab ich von deinen Beispielen nichts gelesen oder gesehen, da kann ich gar nicht viel zu sagen 😀
    Ich hab bei “Vielleicht lieber morgen” erst den Film gesehen und dann das Buch gelesen. Ich fand das Buch dann ganz gut, aber vielleicht lag es dann auch gerade daran, dass ich bereits den Film vor Augen hatte. Normalerweise finde ich das ja immer schade, aber als ich gerade deine Rezension dazu gelesen habe, dachte ich mir, dass es mir vielleicht sonst auch so gegangen wäre wie dir 😉

  2. Leider kenne ich bei dem, was du nennst immer nur Buch oder Film. Naja, jedenfalls wollte ich Herr der Ringe beisteuern. Da ist der Film auf jeden Fall großartig. Das Buch ist auch sehr gut, aber es hat ein paar Längen. Gegenteil: Hobbit. Der Film ist zwar nicht schlecht aber drei dreistündige Blockbuster sind eindeutig zu viel für ein Buch mit dreihundert Seiten.

    • Bei Herr der Ringe kenne ich nur die Filme, ich habs mal mit Der Hobbit versucht, aber ich komme mit Tolkiens langatmigen Schreibstil nicht zurecht /:

  3. Wenn Du Zombies-Liebesgeschichten magst, empfehle ich DARK LOVE von Lia Habel. Leider wird Band 2 nicht ins Deutsche übersetzt, also vielleicht gleich die englischen Bücher bestellen (es gibt bisher nur 2 Bände, aber ich denke, Band 3 könnte noch in Arbeit sein). Da heißen die Dearly, Departed und Dearley, Beloved. Die Reihe heißt an sich “Gone with the Respiration”. Ich fands super.

    Das ist nämlich Steampunk, Zombies und Lovestory in einem. Und so großartig gemacht, dass man selbst beim Zombie dahinschmilzt 😉 Aber es gibt auch fiese Untote, die das ganze dann spannend machen.

    City of Bones hab ich nicht gesehen. Der Trailer hat schon ausgereicht für mich, dass ich den Film nicht mögen werde. Die Bücher sind halt zu super ^^

    • Das Buch ist absolut, also wirklich _absolut_ nicht schmalzig, aber noch einmal sprachlich richtig schön zu lesen. Ich hätte hundert Passagen unterstreichen können.

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