Konzentrationslager Buchenwald [Unterwegs]

Ein KZ-Besuch lohnt sich mit einer neunten Klasse immer – ich selbst war damals in Flossenbürg, aber das war vor der Neugestaltung und ich war etwas enttäuscht. Auch in Österreich habe ich schon ein KZ besucht. Meine Neunte machte sich dieses Jahr jedoch mit mir und zwei anderen Klassen plus Lehrer auf den Weg nach Buchenwald – für uns beide eine Premiere also.

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Buchenwald ist neben Dachau eines der bekanntesten Konzentrationslager Deutschlands und liegt 8 Kilometer entfernt von Weimar. Es wurde von 1937 bis 1945 von den Nazis als Arbeitslager betrieben, bis es kurz vor Ankunft der Alliierten von den Insassen übernommen wurde, als die SS es fluchtartig verließ. Danach diente es bis 1950 als Lager für ebendiejenigen, die es bauen ließen. Doch vorher wurden 1000 Bewohner Weimars noch von den Alliierten gezwungen, das Lager zu betreten und sich die Zustände dort zu betrachten, da man ihnen die Unwissenheit einfach nicht abnehmen wollte.

Im Gegensatz zu anderen Konzentrationslagern, die dem Vertuschungswahn der Deutschen damals zum Opfer fielen und mehr wie Parks aussehen, ist von Buchenwald auch noch eine Menge erhalten oder wieder nachgebaut worden, so dass man sich hier einen viel besseren Eindruck vom Lagerleben machen kann. Die Führung übernahm eine Kollegin – falls ihr je vorhabt, nach Buchenwald zu fahren, dann bucht am besten schon ein Jahr vorher oder Fahrt weit vor Notenschluss und Ferienzeit.  Wir hatten im Dezember gebucht und erhielten zu diesem Zeitpunkt schon keine Führung mehr.

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So wenig los, wie die Fotos euch suggerieren wollen, war übrigens nicht. Tatsächlich habe ich es einfach geschafft, Momente abzupassen, zu denen mal kein Tourist oder Schüler im Weg stand. Buchenwald wuselt zeitweise sogar vor Schulklassen und anderen Besuchern, vor allem wenn der Nachmittag näher rückt.

Kleine Angeberinfos am Rande:

  • Der typische Spruch über den Türen von Konzentrationslagern jeder Art war „Arbeit macht frei“. Buchenwald bildet hier mit „Jedem das Seine“ eine Ausnahme. Keine Ausnahme ist, dass der Spruch nach innen zeigt, so dass ihn die Insassen lesen können, sowie dass das Tor selbst von den Insassen gebaut wurde.
  • Ähnlich wie in Auschwitz, wo die Hersteller des Spruches dadurch protestiert haben, dass sie das B in Arbeit falsch herum angebracht haben, haben auch die Häftlinge Buchenwalds ein Zeichen gesetzt – das Tor entspricht dem Bauhausstil, der eigentlich als entartet galt und deswegen verboten war.
  • In Buchenwald existierte ein Widerstand, der es schaffte, ein Funkgerät zu bauen und mit den nahenden Amerikanern zu kommunizieren.
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